Neue Publikationen und Vorträge

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Paris-Abkommen: Ende für Wachstum und Kapitalismus, doch die Menschen bleiben die gleichen

Das Paris-Abkommen beendet, nimmt man die Temperaturziele ernst, die Ägide des Wachstums. Nur so können auch verschiedene Umweltprobleme gemeinsam angegangen werden. Die Hoffnung, dass der Abschied vom Wachstum menschliches Glück steigert, ist jedoch unsicher. Und auch ohne den (bisherigen) Kapitalismus werden Menschen nicht zu überwiegend kooperativen oder gar altruistischen Wesen. Dazu ein ZEIT-Artikel von Felix Ekardt: hier

Suffizienz neben Technik nötig für Nachhaltigkeit

Eine neue Kurzstudie, die Ergebnisse aus "Theorie der Nachhaltigkeit" bündelt, zeigt: Suffizienzkonzepte, die eine Form des guten Lebens normieren oder von Hoffnungen auf den "neuen Menschen" und Glücksforschung präformiert sind, gehen fehl. Als ökologische Strategie ist Suffizienz dennoch unentbehrlich: hier

Download Taschenbuch "Jahrhundertaufgabe Energiewende"

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Deutschland und Europa von ihren Klimazielen deutlich entfernt. Unbequeme Wahrheiten, wie die Notwendigkeit zur konsequenten Verteuerung der fossilen Brennstoffe, werden nicht diskutiert. Felix Ekardt setzt sich in seinem aktuellen Taschenbuch, das auch von den Zentralen für politische Bildung vertrieben wird, mit der Frage auseinander, wie Gesellschaften und der Einzelne sich verändern und so zu einer echten globalen Energiewende beitragen können, obwohl unsere alltäglichen Wünsche dem oft entgegenstehen. Er beschreibt, warum ein deutsches beziehungsweise europäisches Vorangehen (auch ökonomisch) sinnvoll sein könnte – und warum neue Lebensstile keine Einschränkung sind, sondern Freiheit und soziale Gerechtigkeit erst ermöglichen. Aktuell als kostenloser Download hier

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Landnutzung, Bioenergie, Phosphor

Die Forschungsstelle arbeitet seit einiger Zeit intensiv zu Fragen der Landnutzung, etwa in den Bereichen Phosphorknappheit oder Landnutzung und Klimawandel. Diese Bereiche haben politisch, obwohl es um essentielle Probleme geht, bisher bei weitem zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dabei geht es auch darum, die Strukturprobleme einer rein auf "Verbote" oder auf "technische Innovation" setzenden Politik deutlich zu machen (etwa Rebound-Effekte, räumliche, ressourcenbezogene und sektorielle Verlagerungseffekte, Zielschwächen, Vollzugsschwächen, Abbildbarkeitsprobleme u.ä.) und stattdessen Mengensteuerungskonzepte zu entwickeln. Sie sollen Probleme mit P, N, Klimaschutz, Biodiversität, Bodendegradation und weiteren Umweltproblemen soweit wie möglich parallel bedenken. Anfang 2015 starteten zum Phosphor mehrere Drittmittelprojekte.

Die Schnittmenge von Landnutzungs- und Energiethemen wird besonders bei der Bioenergie sichtbar. Die Klimapolitik setzt außerdem neuerdings stark auf eine ausgebaute Biomassenutzung zur Strom-, Wärme- und Treibstoffgewinnung. Die energetische Biomassenutzung, die die Forschungsstelle seit einem zweijährigen BMU-Projekt ab 2007 intensiv beschäftigt, weist eine Reihe ökologisch-sozialer Vorteile, aber auch Nachteile auf. Das europäische und deutsche Bioenergierecht löst diese nicht immer hinreichend auf. Nachhaltigkeitskriterienkataloge können diese Rolle auch strukturell nur begrenzt übernehmen. Sie bilden die nötige Komplexität nicht ab, vermeiden Verlagerungseffekte nicht und können zentrale Aspekte (etwa das Welternährungsproblem) erst gar nicht abbilden; zudem besteht ein gravierendes Vollzugsproblem. Wirkungsvoller für die Bioenergienutzung selbst wie auch in der Energiepolitik insgesamt wären aber strikte Treibhausgasreduktionsziele und eine globale Treibhausgas-Mengensteuerung über einen C-Preis – die den Gesamtverbrauch senken und damit die ökologisch-sozialen Ambivalenzen überschaubarer machen würden, wenn langfristig die erneuerbaren Energien 100 % der Versorgung in einer „kohlenstofffreien Wirtschaft“ übernehmen.

Ende 2010 ist im LIT Verlag ein Buch von Felix Ekardt, Bettina Hennig und Anna Hyla zu diesem Themenfeld erschienen. Es bündelt neue Erkenntnisse der Forschungsgruppe. Am Beispiel der Landnutzung – als zweitem zentralem Faktor für den Klimawandel neben den fossilen Brennstoffen – lassen sich generell die Grenzen der Klimapolitik und besonders des Emissionshandels besonders gut analysieren. Insofern erweist sich, dass Klimaschutzrecht und auch der Emissionshandel nicht per se „hilfreich“ ist, sondern nur dann, wenn anspruchsvolle Ziele, ein strenger Vollzug, die Vermeidung von Rebound- und Verlagerungseffekten, von Kumulationsproblemen sowie eine Lösung von Erfassbarkeits- und Baselineproblemen gelingen – neben einer weltweiten Einbeziehung aller Staaten sowie der Lösung von sozialen Verteilungsfragen. Mehr noch als der bisherige, kritikwürdige Emissionshandel haben indes reine Effizienz-, Technik- und Ordnungsrechts-Ansätze mit der Lösung globaler Mengenprobleme aufgrund der eben genannten Faktoren massive Probleme. Dies sowie Fragen der Bioenergie, der WTO und der Menschenrechte analysiert der vorliegende Band. Bitte klicken Sie hier

Eine zentrale Rolle in der Arbeit und in den Studien der Forschungsstelle zur Landnutzung spielt in letzter Zeit auch die Auseinandersetzung um die grüne Gentechnik und ihre Ambivalenzen. Ein im März 2011 erschienenes, mehrere Drittmittelprojekte dokumentierendes Buch im LIT Verlag, hrsg. von Felix Ekardt, Bettina Hennig und Steffi Ober, widmet sich der bisher kaum untersuchten Frage, ob und inwiefern den Belangen des Artenschutzes im Rahmen des geltenden Rechts bei der erstmaligen Freisetzung, beim Inverkehrbringen und beim kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen angemessen Geltung verschafft werden kann. Dabei zeigt sich, dass sowohl der Artenschutz innerhalb des Gentechnikrechts als auch das Artenschutzrecht gegenüber dem Gentechnikrecht oft nur suboptimal zur Geltung kommen. Dies ist ein Befund, der dem landläufigen Bild eines starken Naturschutzregimes und eines strengen Gentechnik-Risikomanagements zuwiderläuft. Dies führt auch zu Problemen mit Relevanz für Grundrechte und Demokratie. Bitte klicken Sie hier

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